Molière
  
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Das vorliegende Lustspiel "Der Geizige" (L'avare), hier in ungekürzter Fassung als Hörbuch, wurde 1668 zuerst und zwar auf dem Theater des Palais Royal in Paris aufgeführt; Molière spielte den Harpagon. Der erste Druck des Stücks erschien 1669 in Paris. Es ist dem "Goldtopf" (Aulularia) des Plautus nachgebildet, nicht ohne dieser Komödie des Geizes im Ganzen und im Einzelnen vieles zu entlehnen; dennoch ist es ein voll aus dem Leben gegriffenes Stück von echt Molière'scher Selbständigkeit. Der Euclio bei Plautus ist nämlich ein Geizhals ganz gewöhnlicher Art, der soeben einen Schatz gefunden hat und dadurch in eine fieberhafte Aufregung gerät; Molières Harpagon dagegen ist ein ganz neuer Charakter, dessen Vorbild ein Zeitgenosse des Dichters war: ein vornehmer, unter Standesvorurteilen lebender und dabei vom schmutzigsten Geiz ergriffener Mann. Molière macht diesen Charakter zum Mittelpunkt einer Familie und zeigt nun, wie der Geiz sogar die engen Bande des Familienlebens lockert, und wie ein Egoist, der nichts liebt als sein Geld, dahin gelangen muss, von all den Seinigen gehasst zu werden. Dass Harpagon zum Liebhaber wird, verstärkt die Komik, und dass seine Angebetete die Geliebte seines eigenen Sohnes ist, die Verwicklung des Stücks.
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