Diokletian war unter den Kaisern jener Jahrhunderte eine Ausnahme. Nach zwanzigjähriger, bewegter Regierung dankt er freiwillig ab und bewohnte den einsam gelegenen Palast, den er sich wohlweislich schon hatte vorher errichten lassen. Das Getriebe der Welt erreichte ihn nicht mehr. Er war zu dieser Zeit ein alter Mann, und seinen Zeitgenossen mochte es scheinen, er wäre glücklich. Aber seine Einsamkeit war die Einsamkeit eines Mannes, der wechselnd von Misstrauen und von Hoffnung bewegt wird, der die Ruhe nicht in sich, sondern nur um sich hat. Diokletian ist die eine Hauptfigur, die zweite ist einer jener vielen Menschen, die heute den Palast bewohnen, ein Fischer. Er ist alt, er kann nicht mehr selbst auf das Meer hinausfahren, er hat sein Boot einem Jüngeren überlassen müssen. Furcht vor diesem, und der Wunsch seine Tochter bei sich zu haben, die in der Stadt lebt, sind die beiden Motive, die sein Dasein bestimmen. Die Lebenskurve beider Männer, die nicht nur zeitlich, sondern auch den äußeren Bedingungen nach scheinbar weit auseinanderliegende Existenzen, erweisen sich als von einer gemeinsamen Kraft bewegt. Regie: Ludwig Cremer, Musik: Peter Zwetkoff
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