Orchestral Preparations
    
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"Orchestral Preparations" entwickelt die Klangprinzipien zweier früherer Kompositionen weiter: Opera Mundi" (1993) und "Topophonia" (1998). Ausgehend von diesen zwei Werken versucht Bermange einen progressiven Ansatz für die Form der Collage in der ars acustica zu entwickeln: Eine Metapher der Akustischen Kunst. "Orchestral Preparations" bewegt sich dafür im Zwischenraum von Musik und ars acustica und lotet die dortigen Spannungsverhältnisse aus: Die Arbeit ist die hörbar gemachte Form einer wiederholten Suche nach Harmonie. Doch jede Suche nach absoluter Harmonie muss, genau wie im Leben, letztlich scheitern. Bermange geht von einem fiktiven Orchester aus, das sich auf ein Stück vorzubereiten scheint. Es gibt aber niemals ein fertiges Stück: Allein die Vorbereitung auf das Stück ist schon das Stück. Es gibt auch kein Orchester im eigentlichen Sinn. Vielmehr sind es Geräusche, die sich vorbereiten. Geräusche, die aus dem Nichts aufzutauchen scheinen. Sie werden von anderen Geräuschen unterbrochen und es entsteht ein akustischer Konflikt. Dieser Konflikt, der Kampf zwischen dissoziierenden Klangelementen, ist das Leitthema von "Orchestral Preparations". Die Vorbereitung für ein Stück, das gar nicht existieren kann, und die Suche nach einer Harmo­nieillusion werden zur Metapher für die Dissonanzen und Konflikte in der Realität: Der geschichtlichen wie der gegenwärtigen. "Orchestral Preparations" nutzt dazu Samples aus Radio, Fernsehen, Video und Film genauso wie Live-Aufzeichnungen von Audio-Performances oder präparierte Kunstmusik und "Noise". Dynamisches Prinzip des Ganzen ist der "Link", die Verbindung zwischen Einzelteilen. Gerade durch die unsanfte Verbindung nicht zusammengehöriger Elemente wird die Funktionsweise der sich verlinkenden Materialien sichtbar gemacht. Oder: "Je brutaler der Link, desto großartiger ist die Dynamik.
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