Ein Hof und elf Geschwister

Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben

Bewertung 4.6
5 Std. 23 Min.
154 Seiten
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Buchbeschreibung

Die stolze bäuerliche Landwirtschaft mit Viehmärkten, Selbstversorgung und harter Knochenarbeit ist im Laufe der Sechzigerjahre in rasantem Tempo und doch ganz leise verschwunden. Ewald Frie erzählt am Beispiel seiner Familie von der großen Zäsur. Mit wenigen Strichen, anhand von vielsagenden Szenen und Beispielen zeigt er, wie die Welt der Eltern unterging, die Geschwister anderen Lebensentwürfen folgten und der allgemeine gesellschaftliche Wandel das Land erfasste.

Zuchtbullen für die monatliche Auktion, Kühe und Schweine auf der Weide, Pferde vor dem Pflug, ein Garten für die Vorratshaltung – der Hof einträglich bewirtschaftet von Eltern, Kindern und Hilfskräften. Das bäuerliche Leben der Fünfzigerjahre scheint dem Mittelalter näher als unserer Zeit. Doch dann ändert sich alles: Einst wohlhabende und angesehene Bauern gelten trotz aller Modernisierung plötzlich als ärmlich und rückständig, ihre Kinder riechen nach Stall und schämen sich. Wege aus der bäuerlichen Welt weist die katholische Kirche mit neuerJugendarbeit. Der Sozialstaat hilft bei Ausbildung und Hofübergabe. Schon in den Siebzigerjahren ist die Welt auf dem Land eine völlig andere. Staunend blickt man zurück, so still war der Wandel: «Mein Gott, das hab ich noch erlebt, das kommt mir vor wie aus einem anderen Jahrhundert.» Ewald Frie hat seine zehn Geschwister, geboren zwischen 1944 und 1969, gefragt, wie sie diese Zeit erlebt haben. Sein glänzend geschriebenes Buch lässt mit treffsicherer Lakonie den großen Umbruch lebendig werden.

Autor*innen:

Sprecher*innen:

Format:

Hörbuch
E-Book

Laufzeit Hörbuch:

5 Std. 23 Min.

Seiten E-Book:

154

Sprache:

Deutsch

Erscheinungsdatum:

16.2.2023

Verlag Hörbuch:

C.H.Beck

ISBN Hörbuch:

9783406802805

Verlag E-Book:

C.H.Beck

ISBN E-Book:

9783406797187

© 2023 Verlag C.H.Beck, München (Hörbuch)

© 2023 Verlag C.H.Beck, München (Hörbuch)

Das denken andere über das Buch

Rezensionen zu Ein Hof und elf Geschwister

Es war spannend, in die Lebenswelt einer bäuerlichen Familie aus dem Münsterland einzutauchen. Schön erzählt und sehr kurzatmig.

Moritz

Hatte was ganz anderes erwartet, hat mir aber sehr gefallen. Eher Dt Gesellschaftsgeschichte als Trauer um eine „Idylle“ des Landlebens.

Michaela

Ich bin vom Jahrgang her im Alter des Autors. Ich wohne über die Hälfte meines Lebens im Münsterland, bin nicht hier geboren und meine Sozialisation war eine andere. Dieses Buch mit seinen Geschichten und Dokumentationen hat mir einen tiefen Einblick in die bäuerliche Gesellschaft des Münsterlandes gegeben. Auch ein neues Verständnis für die immer im Wandel befindliche Landwirtschaft habe ich gefunden. Einen Stern Abzug musste ich für die Auswahl des Vorlesers setzen: ich hätte mir hier eine Stimme gewünscht, die vom Münsterländischem Platt geprägt wurde. (Der Sprecher hat sicherlich seine sprachliche Prägung südlich des Mains erhalten)

Marlies

Schönes Panorama des bäuerlichen Werdegangs im 20ten Jahrhundert. Die Stimme des Sprechers ist angenehm aber tatsächlich etwas monoton. Gerade bei den Anekdoten. Wirkt dadurch etwas distanziert.

Katrin