Dieses Hörbuch enthält drei Folgen der SWR2-Reihe "Klappstuhllesungen" (Bei den "Klappstuhllesungen" wird an irgendeinem Ort in der Öffentlichkeit, z.B. im Bahnhof, auf einem Marktplatz usw. ein Klappstuhl aufgestellt, auf den sich der Sprecher setzt und vorliest). Produktion "Labyrinth": Von hier oben sieht das Dorf friedlich aus, wie eine harmlose Ansammlung von Häusern, als wäre die Spinne tot oder würde schlafen. Wenn das Dorf im Inneren so wäre, wie es von hier oben aussieht, dann könnte man unbeschwert durch die Gassen wandern, man könnte mit den Händen über den rauen Putz der Häuser fahren und an den Blumenkästen riechen. Nie müsste man den Blick der unsichtbaren Spinne spüren, die in allen Fenstern ihre Augen hat." Produktion "Joseph und ich": Unser Klappstuhl steht dieses Mal vor dem Schloss im Schwetzinger Schlosspark. Francis Nenik hat eine Geschichte geschrieben, die perfekt in das Ambiente passt: Seine Protagonisten leben in einem historischen Reservat und stellen auf Bestellung historische Schlachten nach: Indianerkriege, Seeschlachten, Krimkrieg. "Unsere Aufgabe besteht darin, den Leuten zu zeigen, wie es früher mal war. Oder hätte sein können - wenn die Leute wollen, dass es so ist. Geschichtsfälschungen, sagt Joseph, sind Teil der Geschichte." Geschichte bedeutet Kriege, immer wieder aufs Neue, und Kriege, auch wenn sie nur nachgespielt werden, bringen gutes Geld ein. Produktion "Flügel nähen": "Du, mein Sohn, wirst kein gutes Leben haben", sagt der Vater und sammelt seine Kleidungsstücke auf, die die Mutter aus dem Fenster geworfen hat. Dann ist er fort und der Sohn bleibt zurück. Sporadisch führt der Vater neue Frauen vor - eine Hobbyseglerin mit Pudelfrisur, eine Maklerin, eine, die Vanilleshakes verkauft, eine Panflötenspielerin, eine Buchhalterin, 20 Jahre jünger. Der Sohn wird derweil groß und menschenscheu und kämpft sich durch die eigenen Beziehungen, bis er irgendwann davon läuft.
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