Der Bergpfarrer Extra 37 – Heimatroman
    
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Während ihm die Versöhnung der Mitglieder des Deininger Clans sehr gut gelungen war, verlässt den Bergpfarrer für kurze Zeit seine Menschenkenntnis. Er begegnet Lena Dorner und gewinnt einen äußerst positiven Eindruck von ihr. Hat sich Franziska alles eingebildet? Lena Dorner wirkt entwaffnend humorvoll und ehrlich. Auch Jannik lässt sich von ihr kurz einwickeln. Aber schon bald kommt für ihn ein böses ­Erwachen – doch da zappelt er schon in ihrem Netz … Mareile Frischholz und Roland Wiedermann, der Juniorchef von Wiedermann-Bau, hatten beschlossen, das neu erworbene Haus umzutaufen. Früher hatte es ›Gästehaus Feilhuber‹ geheißen. Sie wollten es auch jetzt wieder als Pension bewirtschaften, nachdem es lange leer gestanden hatte, aber es sollte künftig ›Gästehaus Wachnertaler Hof‹ heißen. Die Umbau- und Renovierungsarbeiten waren seit mehreren Wochen im Gange. Es war viel geschehen, und Mareile hatte sich sogar schon mit der Planung der Außenanlagen beschäftigt. Bevor der Winter kam, sollte das Areal soweit hergerichtet sein, dass man im Frühjahr damit beginnen konnte, es in einen Park zu verwandeln. Der September neigte sich seinem Ende zu, und die Blätter der Birken verfärbten sich schon gelb. Die Äcker und Felder waren abgeerntet, das Grummet war eingebracht. Der Herbst war dabei, den Sommer zu verdrängen. Noch war es ein zähes Ringen, der Sommer wehrte sich mit aller Kraft. Von morgens bis abends schien die Sonne, der Himmel über dem Wachnertal war blau und die letzten Urlauber genossen dieses letzte Aufbäumen des Sommers. Mareile Frischholz' Traum war, auf dem Anwesen einen Ruhepol für Rentner zu schaffen, die sich über einen längeren Zeitraum eine Auszeit vom Alltag gönnen wollten. Sie hatte sich von dem Angebot vieler Hotels, vor allem in den südlichen Ländern, leiten lassen, die älteren Menschen während der Wintermonate die Möglichkeit boten, zu recht günstigen Konditionen für längere Zeit bei ihnen zu wohnen und so der kalten Jahreszeit in ihren Herkunftsländern ein Schnippchen zu schlagen. Natürlich konnte Mareile während des Winters keinen Urlaub am Pool bieten. Aber sie ging davon aus, dass es viele ältere Leute gab, die die winterliche Idylle in den Bergen liebten und daher dieses Angebot einem Aufenthalt auf Mallorca, Teneriffa oder Gran Canaria vorzogen. Natürlich würde der Aufenthalt im ›Gästehaus Wachnertaler Hof‹ nicht von einer Jahreszeit abhängig sein und konnte auch den Sommer über gebucht werden. Mit dem Angebot, den Winter zu einem erschwinglichen Preis im Wachnertal zu verbringen, waren Mareile und Roland Frischholz dabei, Neuland zu betreten. So etwas gab es weit und breit nicht. Auch die Hotels und Pensionen in den Wintersportorten waren nur auf Gäste eingestellt, die in der Regel eine, allenfalls zwei Wochen blieben. Mareile hatte zwischenzeitlich die Wohnung in dem Anwesen, die für die private Nutzung vorgesehen und als Erstes renoviert worden war, gegen das Gästezimmer im Hause Wiedermann eingetauscht.
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